Archive for Oktober, 2007
Great Asian Road
Ab Warnambool kann man sich entscheiden entweder schnell nach Melbourne zu rasen oder an der Kueste entlang der Great Ocean Road zu folgen. Wir haben den langsamen, aber schoenen Weg am Meer entlang gewaehlt, freudig erregt und gut gelaunt. Vieles gibt es zu entdecken. Vor allem aber eine sehr steinige, felsige Kueste, die vermutlich dann am besten wirkt, wenn das Wetter sich von seiner schoensten Seite zeigt. Da wir leider darauf immer noch keinen Einfluss haben, war es bewoelkt, kalt und ab und an gab es, zur Feier des Tages, auch ein paar Schauer. Fuer uns eine schwierige Situation…denn, wie erklaeren wir das bitte daheim? Die Bilder erscheinen matt, grau und ohne die gewohnte Sonne einfach nicht so
schoen, wie die Familie und der geneigte Leser es sonst gewohnt ist. Das ist deswegen so tragisch, weil wir davon ausgehen, dass die Artikel sowieso nicht gelesen werden und nur die Bilder die Leserschar auf die Seite treibt. Da das hier daher jetzt sowieso niemand liest, kann ich an der Stelle auch einfach meinem Papa zur (2ten) Hochzeit gratulieren, mein Beileid ueber den ueberraschenden Tod von Michael Engelhardt ausdruecken, mich nochmal uebers Wetter beschweren, unsere Familie, die Ex-Kollegen und Achim, Aka, Alex, Andi, Anja, Anna, Ari,
Benni, Ben, Beate, Bob, Chris, Christa, Christopher, Claus, Coco, Dagmar, Daniel, David, Dr. Strange, Donna, Die Kantinenchefin, Elena, Elke, Eva, Erik, Felix, Gerd, Gina, Gregor, Hannah, Hans, Hans-Peter, Hermann, Hilde, Iris, Isa, Iltis2000, Jayne, Jasper, Jenny, Jochen, Joerg, Jonas, Juergen, Kramps, Kerrin, Klaus, Koko, Laura, Leen, Lena, Jim, Ludwig, Maik, Max, Manfred, Manni, Manuel, Marc, Marcel, Mario, Marius, Martin(a), Mathias, Mattes, Craig, Mel, Michael, Miri, Mutti, Nikki, Oli, Olli, Olivier, Patrick, Peter, Phillip, Pinocchio, Froschmann, Ralf, Gerd+Guenther, Robert, Ram, Reg, Rob, Ronen, Sabine, Silke, Sandra, Sarah, Sean, Sebi, Sigrid, Simon(e), Ska, Steffi, Stacey, Stephan, Theresia, Thomas, Timm, Tobi, Thorsten, Ulli, Ufo, Ute,
Verena, Walter Z., Woerni, Woody, Yvonne, Zas Zorro und vor allem Alle, die wir vergessen haben, herzlich gruessen, nochmal darauf hinweisen, dass in Australien Linksverkehr herscht (ist spannend, ruhig mal in der Heimat ausprobieren!) und zu guter Letzt nochmal drauf hinweisen, dass ich sehr stolz bin, dass meine Grossmutter mit ihren fast 80 Jahren auch froehlich im Internet mitliest (also, aehm, Bilder schaut) und sich sehr darueber freut, dass das Weltennetz so wahnsinnig informativ ist. Um nochmal drauf zurueckzukommen…die Great Ocean Road ist schoen, hat uns aber nicht soooo vom Hocker gehauen. Alles ist mal wieder wahnsinnig touristisch, vermutlich auch zu Recht. Die Felsen
sehen zwar ziemlich nett aus, wuerden aber noch besser wirken, wenn man sie fuer sich alleine haette. Und, nachdem wir uns zuletzt wunderten, wo all die Asiaten hin sind, fanden wir hier die Antwort. Auf der G.O. Road. Damit hat sich die Formel mal wieder bewahrheitet: Alle Asiaten sind dort zu finden, wofuer am meisten geworben wird. Naja, spaetestens als wir festgestellt haben, dass von den 12 Aposteln nur noch 4 im Meer stehen und der Rest als zusammengefallener Steinhaufen darauf wartet, weggeschwemt zu werden, hatten wir genug gesehen. Wir mussten weiter, weiter, weiter…auf der Suche nach dem wahren Australien.
Wir sehen uns spaeter
Manchmal merkt man erst nachher, was man an bestimmten Sachen hatte. Spaetestens dann, wenn sie nicht mehr da sind. Nachdem mich mein geliebter Campingstuhl knapp 7 Monate begleitet hat, durch schoene (und noch schoenere) und natuerlich auch durch schwere Zeiten, heisst es nun Abschied nehmen. Alles kam ganz unerwartet und schliesslich sehr schnell. Eine unueberlegte Bewegung meinerseits veranlasste eine Lehne (meine Lieblingslehne!) dazu, sich das Dasein als Armlehne nochmal durch den Kopf gehen zu lassen, um festzustellen, dass der Druck von oben einfach zu gross ist. Mit einem Knacken und ohne grosses Zoegern brach sie aus ihrem gewohnten Umfeld
aus und machte sich auf, vielleicht in eine bessere Zukunft. Ich kann dazu nur sagen, Hut ab! Liebe Lehne, lieber Campingstuhl…ihr fehlt mir sehr und es war eine schoene Zeit. Mein Entschluss, mich von euch zu trennen, ist nicht persoenlicher, sondern vielmehr praktischer Natur. Wir koennen so einfach nicht mehr miteinander auskommen. Die gemeinsame Zeit war grossartig und toll! Vielen Dank fuer alles, vor allem fuer den grossartigen Halt. Ihr fehlt mir und wir sehen uns in einem anderen Leben sicher wieder…
Zeit? Mir doch egal…
Man ist als Camper doch schon ziemlich vom Wetter abhaengig und das zeigt sich nicht immer von der besten Seite. Die Weisheit, dass in Australiern immer gutes Wetter ist, kann man getrost vergessen. Von der Badehose bis zum Winterdress ist alles irgendwann mal zu gebrauchen. Regen ist dabei wohl mittlerweile nicht mehr konstant das ganz grosse Thema (weil es einfach viel zu trocken ist), dafuer war es zuletzt sehr oft verdammt kalt. Und weil grade Fruehling ![]()
herscht, teilweise auch sehr windig. Das beides auch noch in Kombination ist dann leider unglaublich nervig. Wie dem auch sei, wir trotzen dem Wetter und kommen mit unserm Heizoeffchen gut zurecht. Irgendwie. Auf gehts: Der naechste Trip fuehrte uns von Robe nach Mt. Gambier, wieder mal einem Minenoertchen und die letzte groessere Ansammlung von Leutchen in South Australia auf dem Weg nach Melbourne. 30.000 Menschen leben hier friedlich miteinander und geniessen die Moeglichkeit,
jedes Wochenende um ihren Blue Lake (und niemand weiss, warum er soooo blau schimmert) zu wandern oder eines ihrer Sinkholes zu bestaunen. Wir haben froehlich mitgemacht, freuten uns zusaetzlich ueber umfangreiche Informationen zum Thema Vulkankrater und sind nach 2 Tage abgereist, puenktlich zum Beginn des Mt. Gambier Festivals, einer kirmesartigen Veranstaltung, bei der u.a. auch ein
Schnellholzhackenwettbewerb stattfindet. Yes! Brauchen wir wirklich nicht sehen. Dafuer war der Wildlife Park sehr schoen, auch wenn uns das Schild iritiert hat, dass ausdruecklich besagte “nur” den eigenen Muell zu entfernen und nicht den der anderen. Mmh. Nachdem es dann doch regnete (wir sind die Regenmacher!!!) sind wir, ohne zurueckzublicken, abgereist. Tschoe! Auf dem Weg nach Warnambool passieren wir wieder mal eine Grenze und merken rund eine Woche lang nicht, dass Victoria in einer anderen Zeitzone liegt und unsere ![]()
Uhren eine halbe Stunde zu langsam sind. Im Nachhinein faellt einem dann auch ein, dass man sich wunderte, warum viele Geschaefte so frueh schlossen…! Hehe. Zuviel Urlaub macht offensichtlich nachlaessig. Zeit? Mir doch egal! Warnambool war nochmal richtig schoen, eine nette Studentenstadt mit viele Cafès, einem wunderschoenem Strand und tagsueber hervorragendem Wetter. Nachts war es natuerlich einfach nur bitterkalt und ungemuetlich. Im naeheren Umkreis gibt es dann auch einiges zu tun…viele Antiquitaetenlaeden laden zum Stoebern ein, der Friedhof ist einer
der
schoensten, den wir bisher gesehen haben (weil sehr alt) und im Tower Hill National Park gibt es schoene Wanderung, auf denen Emus und allerlei anderes Getier zu sehen ist. Betreten darf man ihn allerdings nur, wenn man sich dazu entscheidet, seine Feuerwaffen im Auto zu lassen. Die sind naemlich, warum auch ewig, nicht erlaubt. Komisch. Manchmal wundert man sich mehr als sonst…
Erwartungen, Menschen usw.
Wenn man nichts erwartet, wird man ab und an wirklich freudig ueberrascht. Das Oertchen Robe war so eine positive Ueberraschung. 1846 gegruendet und durch einen beachtlichen Aufschwung ueber die letzten 160 Jahre bis auf, sage und schreibe, 950 Einwohner angewachsen (hoehoehoeooooeeeeeeee), liegt Robe trotzdem relativ unbeachtet von der gesamten restlichen Welt sehr malerisch und schoen direkt am Meer. Ein kleiner Fischerort und auch wirklich nicht viel mehr. Einige Laeden, ein paar Cafes, ein Kino und ein bisschen Nippes, genannt Kunst, gibt es hier. Sehr viel Urlaubsathmosphaere und somit genau das, worauf wir nicht
vorbereitet waren. Der Campingplatz der Wahl liegt auf einigen Klippen und ueberblickt das offene Meer. Kurz und knapp, es ist wirklich schoen hier. Der perfekte Ort um einfach seine Seele baumeln zu lassen und sich endlich wieder mit den Dingen zu beschaeftigen, zu denen man sonst nicht kommt. Das haben wir dann einfach mal gemacht…
Interessant ist an Orten, in denen man ein bisschen laenger bleibt, immer die Entwicklung der Menschen und ihres Sozialverhaltens. Wie Einwohner und Shopbesitzer nach einigen Tagen anfangen, einen auf der Strasse zu erkennen (+ moeglicherweise sogar zu gruessen) und man vom Cafepersonal (nach dem zweiten Besuch) so
stuermisch begruesst wird, als ob man ein langjaehriger Kunde, mit der Tochter des Chefs verheiratet und der Ueberbringer eines 1.000.000 $ Checks in einer Person ist. Immer wieder ueberraschend herzlich. Ja, Urlaub hat doch immer eine sehr soziale Komponente, die mitunter auch ein bisschen anstrengend sein kann. Auf Campingplaetzen z.B. residieren vor allem, und das duerfte keine besondere Ueberraschung sein, vor allem Urlauber. Zum groessten Teil sind das Australier, gemischt mit, je nach dem wo man sich befindet, einer mehr oder weniger grossen Anzahl Europaer. Asiaten findet man fast nie auf Campingplaetzen. Waehrend wir aus religioesen Gruenden versuchen Kontakte mit Deutschen zu vermeiden und die meisten Deutschen das mit uns aehnlich halten (ob das an der Kultur liegt?), wird man von praktisch jeden Australier ueberall und immer sehr schnell ins Gespraech
genommen. Sicherlich oft ein grosser Vorteil, da der Start eines, mitunter, tiefen Gespraechs somit sehr leicht von der Hand geht. Auf der anderen Seite hat das aber auch beachtliche Nachteile. Wir haben so mittlerweile, grob gerechnet, wohl einige hundert Male erzaehlt, was wir hier machen, wo wir waren und was wir noch vorhaben. Wir haben sogar schon drueber nachgedacht, kurze Handouts vorzubereiten, um die Gespraeche abzukuerzen. Egal, die Australier sind ein nettes Volk und somit macht es meistens Spass mit ihnen zu reden. Manchmal merkt man die Unterschiede der Kulturen aber sehr deutlich, vor allem in Dingen der Organisation: Nachdem wir heute in der Rezeption nach der Fernbedienung fuer den eingeschlossenen Fernseher in der Campkitchen gefragt haben, antwortet die nette, aber perplexe Dame, dass es nicht ueblich waere den Fernbedienung herauszugeben. Tata! Auf meine
Gegenfrage, wie der Fernseher dann wohl zu bedienen sein, sagte sie laechelnd, dass sie normalerweise vorbeikommt, das gewuenschte Programm einschaltet und spaeter den Fernseher wieder ausknippst. Hihi, ich habe versucht zu erklaeren, dass das in DE unueblich sei, aber sie bestand darauf. Wir haben dann dankend abgelehnt, ich wollte auf die Lautstaerkenproblematik dann auch nicht mehr eingehen. Wenn mir das jemand in Deutschland so erklaert haette, wuerde ich ihn definitiv fuer einen sehr, sehr boesen Menschen halten. In Australien aber muss man davon ausgehen, dass die Leutchen einfach nicht darueber nachgedacht haben, dass es vielleicht praktischer waere, die Fernbedienung einfach rauszugeben. Unsere Vermutung hier: Sie haben das einfach nicht als moegliche Loesung in Erwaehnung gezogen. Lustiges Volk, die Australier.
23-year high?
Wenn irgendwas mit 23 anfaengt sollte man skeptisch werden. Fuer den Australier mag es ganz wunderbar sein, fuer uns ist es einfach bares Geld, welches wir verlieren. Die Regel ist ganz einfach…desto besser es Australiens Wirtschaft geht, desto weniger Geld erhalten wir beim Abheben vom Geldautomaten. Waehrend am Anfang der Reise 500 AUS$ etwas weniger als 300 € gekostet haben, zahlen wir mittlerweile knapp 320 €. Skandal! Ich jedenfalls wuensche mir eine kleine australische Wirtschaftskrise, wenigstens andauernd bis wir das Land verlassen. Ob da wohl mal jemand was machen koennte? Und bitte, Dr. Strange!!! ;-)
Augen auf!
Auf dem langen Weg zwischen der Fleurieu Peninsula und Melbourne gibt es angeblich viel zu sehen. Gut das, dachten wir und haben uns viel Muehe geben, Spannendes zu entdecken. Der Weg um den Suedzipfel Australiens fuehrte uns schnell zum Murray River, den wir elegant mit einer Faehre ueberqueren durften, ein kostenloser Service nebenbei bemerkt. Weiterhin verlief der Highway oft relativ nah am Wasser entlang, vorbei am Coorong National Park, einem 145 km langen, parallel zur Kueste verlaufendem Gemisch aus Wassertuempeln, Lagunen, Duenen und Seen. Hoert sich ganz nett an und ist
es vielleicht auch, wenn man denn gutes Wetter hat. Hatten wir aber nicht. Bei uns hat es geregnet. Naja, und wenn man sich dann mal physisch in den Park getraut hat, hatte man das Gefuehl man steht neben einem Fischkutter, der Fischabfaelle transportiert. Es stank. Aber so ist Natur eben. Pelikane gab es dafuer reichlich und gesund und froehlich sind wir weiter nach Kingston SE gereist, einem Ort, der an Belanglosigkeit vermutlich kaum zu ueberbieten waere, gabe es da nicht die Big Lobster und eine ausgezeichnete Fischbude – “Lacepede Lobster” – direkt am Pier. Tatsaechlich sind die Meeresfruechte so gut, dass man sich wundert, wie man sie vorher irgendwo
anders essen und gluecklich dabei sein konnte. Satt und zufrieden haben wir anschliessend versucht unser Etappenziel, das kleine Oertchen “Robe” zu erreichen. Waehrend sich in Europa Landschaft nie voellig abrupt aendert, passiert das in Australien praktisch dauernd. Darauf vorbereitet, dass der Weg ab Kingston genauso langweilig und eintoenig sein wuerde, wurden wir daraufhin eines besseren belehrt. Nach einigen Kilometern erwartete uns, hinter einigen Huegeln, saftiges Weideland, Weinstoecke und Kiefernwaelder. Was ausgerechnet Kiefern da zu suchen hatten, bleibt wohl fuer immer ein Raetsel. Wie dem auch sei, animiert durch die fantastisch gruene und saftige Landschaft haben wir uns dazu hinreissen lassen, ausgiebig und anhaltend durch die Seitenfenster zu schauen, was, zugegebenermassen, nicht immer die beste Wahl ist. Vor allem, da mindestens ein Passagier – gerne der Fahrer – die Strasse im
Blickfeld behalten sollte. Und so kam der Moment, auf den man in Australien immer wartet und doch nie wirklich vorbereitet ist. Waehrend einer lebhaften Diskussion ueber die unterschiedliche Farbe der grasenden Kuehe, machte ein knapp 2 Meter grosses Emu von seinem gotgegebenem Recht Gebrauch, jederzeit und wann immer es moechte, die Strasse zu ueberqueren. So auch jetzt und das direkt vor unserem Wagen. Ein normalerweise sicher schoener Moment jedes Reisenden, aus der Ferne und mit einer Kamera betrachtet…in unserem Fall der Ausloeser eines beachtlichen Verzoegerungsvorganges, zum einen um dem armen Tier nicht den Spass des Tages zu vermiesen und zum anderen die Unversehrtheit des Wagens und vor allem dessen Insassen zu garantieren. Glueck gehabt, kann man da nur sagen. Um Haaresbreite haben wir das Emu verpasst. Ein Aufprall mit knap 100 km/Std. haette beiden Parteien keinen Spass bereitet. Merke: Emus haben immer Vorfahrt. Puh.
Gerd + Guenther, deutsch
Rueckblick: Ab und an passieren doch erstaunliche und unfassbare Dinge. So auch in Hahndorf. Alles hat eigentlich in Alice Springs angefangen. Wir sassen Abends gemuetlich in der Campkitchen, als wir mit Gerd + Guenther (N. v. d. Red. g.) ins Gespraech kamen. Der Abend verlief sehr redselig und insgesamt ziemlich spannend, rueckblickend. G+G reisen durch Australien, oh Wunder, und werden dies ueber einen Zeitraum von 7 Wochen machen. Beide haben sich, man hoere und staune, 2 Jahre lang auf die Reise vorbereitet. Wirklich…2 Jahre! Sehr krass, wow! Da unser persoenlicher Trip ein “bisschen” laenger dauert und wesentlich spontaner geplant wurde, war teils kontroverser Gespraechsstoff garantiert. Waehrend sich unsere Planung praktisch mit jeder kommenden Kreuzung und jedem interessanten Strassenschild aendern kann, haben die beiden ihre 7 Wochen in Australien von DE aus komplett, bis auf jeden einzelnen Tag, planen lassen. Sie wussten z.B., dass sie an einem
bestimmten Tag Uluru sehen wuerden. Fuer uns undenkbar und auch nicht Sinn der Sache. Egal. Deutsche Gruendlichkeit eben. Lange Rede, kurzer Sinn. Man sieht sich im Leben immer zweimal, so sagt man…wir hingegen haben G+G mittlerweile schon zum dritten Mal getroffen. 1. Auf der Campsite in Alice Springs 2. Mitten in Adelaide (und Adelaide ist nicht grade so klein) 3. Vor den oeffentlichen Toiletten (ja, genau da) in Hanhdorf, einer laut Reisefuehrer aeltesten deutschen Siedlung in den Bergen Adelaides, gegruendet von einen Herrn Hahn, seines Zeichens Schiffskapitain, der die erste Ladung in Preussen verfolgter Lutheraner im Jahre 1839 dorthin brachte. Wir haben uns daraufhin dazu hinreissen lassen, gemeinsam Gulaschsuppe und Bratwurst zu verkoestigen und unsere Beziehung zu pflegen. Ergebnis: Deutschland lebe hoch, hoch, hoch! Vielleicht hat alles einen Sinn, auch wenn man ihn oft nicht im Ansatz erkennen kann…
Fleurieu Peninsula, starte mit G: Goolwa
Wer glaubt Goolwas Zeit ist abgelaufen, liegt vielleicht nicht so ganz falsch. Seit 1880 (!) eine Bahnstrecke vom Oertchen Murray Bridge nach Adelaide gebaut wurde, hat Goolwas Hafen zunehmend an Bedeutung verloren. Schade. Das ist aber eigentlich auch total egal, da das Staedtchen eigentlich alles hat, was man sich als Reisender wuenscht. Einen schoenen Strand, ein bisschen Infrastruktur, nette Cafès und
schoene Campsites. Ausserdem ist es ein prima Startplatz um nach Port Elliot oder nach Victor Habor zu kommen wo es von allem noch ein bisschen mehr gibt. Victor Habor schreibt sich uebrigens wirklich ohne “u”, da den Kollegen damals, bei der Uebersendung des Namens nach England, ein Rechtschreibfehler unterlaufen ist. Such ist life. Niemand ist perfekt Wir wollten in VH die Walsituation pruefen, waren aber leider einen Monat zu spaet…die Wale haben diese Ecke verlassen. Zu spaet, zu spaet. Dafuer gab es am
wunderschoenen Strand von Port Elliot, im durch die Fruehlingsstuerme aufgewirbelten Meer, echte und wahrhaft lebendige Seeloewen. Natur pur und das alles ganz umsonst und ohne irgendwelche gebuchten Touren live zu erleben. Aber: Auf den Photos sieht alles schoen warm und urlaubshaft aus…und, so war es auch. Was man nicht sieht ist, dass es Abends bitterkalt wird. Irgendwas zwischen 5+10 Grad macht im Zelt wirklich keinen Spass. So ist es im Moment leider im Sueden. Kalt! Loesung: Wir haben, gezwungenermassen, 11$ investiert (aehm, bar bezahlt!) und uns ein elektrisches Heizoefchen zugelegt. Die letzten Tage waren naemlich kalt und konstant windig, was mich als alten
Windsurfer umso mehr schmerzt, als dass es offensichtlich nirgendwo in Australien moeglich ist, Windsurfgear zu mieten. Man muss sich die Situation vorstellen: Es gibt Wind, reichlich Wasser und somit alle Vorraussetzungen, die sich der froehliche Surfer wuenscht. Aber, es gibt kein Surfzeug! Arghhhhh! Ist wohl wie ein Wein ohne Glas, ein Auto ohne Reifen, ein Tag ohne Sonne oder eine Reise ohne Reg. Einfach total fuern Arsch!
TripleJ
Wenn es einen australischen Sender gibt (ja, Radio gibt es hier noch!), den wir ziemlich uneingeschraenkt empfehlen koennen, dann ist es TripleJ(.net.au). Zeitgenoessische Musik, vorwiegend gitarrenorientiert, erfreut das Ohr soweit der Empfang reicht. Viel Information, gerne auch Bandfeatures, Interviews oder Livekonzerte runden das Bild ab. Oft unter verschiedenen Frequenzen zu finden und trotzdem landesweit erhaeltlich, ist dies der Sender, den das junge Australien und vermutlich alle Backpacker hoeren. Nachrichten beschraenken sich aufs wesentliche und sind trotzdem informativ. Um es kurz zu machen: Es ist der einzige landesweite Sender, der vorwiegend gute Musik spielt und wenn ihr Spass dran haben koenntet, hoert einfach mal rein. (Nein, Dr. Strange, es gibt kaum Polka und bislang ist auch kein einziger griechischer Song zu hoeren gewesen! Sorry.)
;-)
No commentsAdelaide stirbt!
Das oder aehnliches hoert man ziemlich haeufig, wenn man sich mit Australiern unterhaelt: Adelaide ist langweilig, Adelaide geht unter, Melbourne ist besser, etc.. Wir haben alle Ratschlaege ignoriert und sind hingefahren. Zum einen, weil Regs Mum von Adelaide abfliegen musste (Ciao Christa, schoen dass du da warst…! Beim naechsten Mal gerne wieder!), zum anderen, weil die Stadt doch einiges zu bieten hat. Wir empfehlen als Erstes, die Campingplaetze in der Innenstadt zu meiden. ![]()
Es gibt naemlich nettere Plaetze an den huebschen Straenden. Wir sind nach einiger Sucherei in der Naehe des Stadtteils Brighton (ja, es gibt auch einen Pier) abgestiegen. Ziemlich teuer und auch recht ueberfuellt, dafuer aber eben ein bisschen ruhiger und, tatatataaaaa, direkt am Meer gelegen. Das Stadtzentrum ist von dort auch nur rund 10 km entfernt. Top, geht doch. Adelaide ist, obwohl angeblich 1.400.000 Menschen dort leben, recht einfach mit dem Auto zu erfahren. Alle Hauptstrassen fuehren naemlich ins Stadtzentrum und damit (auch) direkt in die Shoppingmeile. Diese sollte man gesehen haben, muss man aber nicht unbedingt. Shopping ist wohl ueberall gleich, so auch hier. Aber, die Innenstadt ist gruen und uebersichtlich, also steht einer Erkundungstour zu Fuss nicht viel im Wege. Schoen sind, nebenbei bemerkt, die ungewohnt alten Gebauede. ![]()
Garniert wird das Stadtbild zusaetzlich mit modernen Buerokomplexen, die sich aber ganz nett einfuegen. In der Kombi sieht daher alles ganz huebsch und ziemlich aufgeraeumt aus. Schoen. Spannend und ein Muss im Zentrum Adelaides sind “The Markets”. Wie der Name schon sagt, ein (taeglicher) Markt, bei dem es allerlei Leckereien gibt: Frisches Brot, Aufschnitt, Gemuese, Fruechte, Suesses, Fisch und vieles mehr. Sehr nettes Ambiente, hat uns irgendwie an andere europaeische Maerkte erinnert. Das Abendessen wurde, pflichtbewusst, aus frischen “The Marktets”-Zutaten erstellt und war aeusserst lecker. Mmh. Wenn man dann vom Shoppen die Nase voll hat, lohnt es sich, fuer einen kleinen Spaziergang, an einen der nahen Straende zu fahren. “Glenelg” ist dabei ein gut erreichbarer Stadtteil am Wasser der leider, jedenfalls zu unserer Zeit, total ueberfuellt mit ![]()
pubertierenden Schulferiengeniessern war. Der Strand ist zwar recht annehmbar, viel lustiger war allerdings irgendwo in einem der zahlreichen Cafés der Hauptstrasse zu sitzen und den halbnackten Jugendlichen beim Balzverhalten zuzuschauen. Ist besser als Kino und wesentlich spannender. Schoenere Straende, aber weniger Unterhaltung gibt es in Brigthon oder Seacliffe. Ist einfach nicht so angesagt da rumzuhaengen, daher sind auch kaum jungen Menschen dort zu finden. Dafuer ist es ruhiger und definitiv sauberer. Daher: Einfach dort spazieren gehen und die Ruhe und Schoenheit geniessen. Empfehlen koennen wir auch einen Besuch im Zoo! Nicht besonders teuer und ziemlich spannend. Die Tierwelt ist hier auf jeden Fall deutlich anders als in Europa und dementsprechend sind die Zoos mit voellig unterschiedlichen Tieren bestueckt.
Trotzdem, Loewen, Nashoerner und Giraffen duerfen in keinem Zoo fehlen und deshalb gibts die auch in Adelaide. Uerbrigens ist das Zoopersonal auch verdammt nett! Viele kompetente und hilfsbereite Menschen schmeissen mit Hilfe und Informationen um sich. Hat auf jeden Fall Spass gemacht. Nett an Adelaide ist auch, dass es fuer australische Verhaeltnisse recht viele Cafés und Kneipen gibt, vielleicht verursacht durch die vielen Studenten, die die relaxte Stimmung in Adelaide aufrecht erhalten. Wir empfehlen: Geht nach Adelaide und geniesst die gemuetliche und lockere City. Ist nett da.